Gemeindliche Einvernehmen wurde versagt. Aber: Bau der Anlage NICHT gestoppt.

Gestern, 10.11.2022, hat der Bauausschuss der Stadt Lage getagt und die Beschlussvorlage zum Bau der Wurftaubenschie├čanlage mehrheitlich abgelehnt. Das gemeindliche Einvernehmen wurde somit versagt.

Beeindruckend war die Anzahl der B├╝rger:innen die an der ├Âffentlichen Sitzung teilnahmen. Zum Gro├čteil hat man ├╝ber das Vorhaben erst vor kurzem erfahren.

Wesentliche Kritikpunkte waren:

  • Die mangelnde Infrastruktur
  • Der erhebliche Eingriff in die Natur in der N├Ąhe von Wasserschutz- und Heilquellgebieten
  • Die erhebliche Bel├Ąstigung der Anwohner:innen
  • Die vielen Indizien die gegen eine Privilegierung sprechen.

Laut Antragsteller werden angrenzende Kreisj├Ągerschaften sowie J├Ąger:innen aus den umliegenden Regionen die Anlage nutzen. Daraus ergebe sich eine deutliche zahlenm├Ą├čige ├ťberlegenheit der jagdlichen Nutzung. Nur dadurch ist die Anlage ├╝berhaupt aufgrund der Privilegierung nach ┬ž 35 Abs. 1 Nr. 4 BauGB zu genehmigen.

Es darf aber bezweifelt werden, dass eine so hohe Zahl an J├Ąger:innen die Anlage nutzen. Zumal erst k├╝rzlich in unmittelbarer N├Ąhe eine olympiataugliche, gr├Â├čere Anlage der Kreisj├Ągerschaft Minden-L├╝bbecke er├Âffnet wurde, in welcher das jagdliche Schie├čen auf u.a. Wurftauben ausge├╝bt werden kann. Hier w├Ąre es sicherlich interessant die Auslastung und das Einzugsgebiet zu erfragen.

Welche Beweise liefert der Antragsteller, um die Behauptung der ├╝berwiegend jagdlichen Nutzung zu untermauern? Zwar hat die Verwaltung ÔÇ×nurÔÇť zu pr├╝fen, ob die Beantragung rechtlich zul├Ąssig ist. Allerdings muss ja auch die tats├Ąchliche Machbarkeit vorliegen. Zu behaupten, ein Balkon w├╝rde von ÔÇ×Siemans LufthakenÔÇť getragen d├╝rfte bei einem Bauantrag auch zur Ablehnung f├╝hren.

Fraglich ist aber auch, warum f├╝r den nun neu gegr├╝ndeten ÔÇ×Jagdliche Wurfscheibenclub Lippe e.V.ÔÇť ├╝berhaupt Bestandsschutz f├╝r den Schie├čstand besteht.

Insofern darf meines Erachtens bezweifelt werden, und das l├Ąsst ja auch der Beauftragte Fachanwalt in seiner Stellungnahme durchaus durchklingen, dass hier eine Privilegierung nach ┬ž 35 Abs. 1 Nr. 4 BauGB vorliegt.

Aber:

Durch das Versagen des gemeindlichen Einvernehmens ist der Bau der Anlage NICHT gestoppt.


Die Entscheidung liegt nun bei der Kreisverwaltung, ebenso wie die Kl├Ąrung noch offener Fragestellungen zur Erschlie├čung, Entw├Ąsserung, bauordnungsrechtliche Fragen, Stellplatznachweis und weitere.

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